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Kurzkupplung für den Roco-VT 98

Aus der Reihe "Zwischendurch gepfuscht"

Von Ermel <ermel@modellbahnfrokler.de>
mit Ideen und Beiträgen von Frala <frala@modellbahnfrokler.de>, Roco, Muck <muck@modellbahnfrokler.de> und Alexander <alexander@modellbahnfrokler.de> (in chronologischer Reihenfolge)

VT 98 mit Universalkupplung im Zugverband
Bild 1: Ein Nebenbahn-GmP: VT und VB 98 mit einem (Märklin-) G 10.
Bild, wie alle schlechten Bilder auf dieser Seite: Ermel

Vorwort

Dies ist eine der ältesten Seiten auf Modellbahnfrokler.de überhaupt. Es bestätigt sich mal wieder, daß manche Sachen einfach aktuell bleiben oder zumindest irgendwann mal wieder werden, und daß Webseiten -- wie Ideen und Modelle -- nicht schlecht sind, nur weil sie alt sind.

Trotzdem kommt es mir fast wie Denkmalsschändung vor, nach über 20 Jahren (letzte Änderung vor dieser: 28. August 2000!) in dieser Seite herumzueditieren. Aber was hilft's -- es gibt ja Neues zu berichten. Und anzubieten! Zumindest das Aufmacherbild, entstanden damals mit einem hochkant gestellten Flachbettscanner (wir hatten ja nix!), so zu lassen konnte ich mir dann aber doch nicht verkneifen ... ;-)

Inhalt

Das Problem (1987)

Eigentlich hat's mich schon immer genervt, daß der Roco-VT 98 keine "richtigen" Kupplungen hat. Er hat zwar Kurzkupplungskinematiken und läuft mit seinen Bei- und Steuerwagen Puffer an Puffer; diese Kombination ist aber im Betrieb nicht trennbar, und zum Ankuppeln anderer Wagen gibt's nur steinzeitliche Kupplungshaken.

Anfangs lief meine Garnitur fest gekuppelt (mit Stromaufnahme im jeweils führenden Wagen (VT oder VS)), aber ein Umbau des VS in einen VB mit Packabteil, wie bereits in Bahn&Modell 1/88 vorgeschlagen, mit dem dadurch bedingten "Zwang" zum Umsetzen hat mich schon damals genauso gereizt wie die Möglichkeit, Güter- oder Reisezugwagen mitzuführen.

Kurz gesagt, eine anständige Kupplung muß her. Ein Umbau auf Federpuffer und Bügelkupplung schied aus, denn Federpuffer mit nicht-verdrehbaren, oben und unten abgeflachten Puffertellern gab es damals noch nicht; ein Einbau eines korrekt angeordneten Normschachts schied ebenfalls aus, weil dazu große Teile der Schürze hätten geopfert werden müssen (deswegen hatte ja wohl schon Roco sich dagegen entschieden).

Bei meinem Kumpel Frank Lambrecht sah ich dann 10 Jahre später (und das war im Jahr 2000) die Lösung: höhenverstellbare Roco-Universalkupplungsköpfe (UK), das hintere Ende verkehrt herum (also mit der Unterseite nach oben) in den Schacht geklebt, die Schürze passend ausgespart, fertig.

Kann man so machen. Muß man aber nicht. :-)

Die Frokler-Lösung (2000)

Vielleicht kann man die Kupplung ja auch richtig herum einbauen, das würde den Schaden an der Schürze minimieren. So dachte ich mir und begann herumzuprobieren – und es ging! Der vordere Teil der Kupplung kommt zwar so hoch, daß ein paar Zehntel der Schwalbenschwanzführung oben aus dem hinteren Teil rauskucken, aber wen interessiert das? Stabil genug ist's allemal.

VT 98 mit Universalkupplung von oben VT 98 mit Universalkupplung von unten in der Gerade
Bilder 2 und 3: Der umgebaute VT 98 von oben mit einem Güterwagen (Bild: Muck) und von unten mit dem VB. Teile der Kupplung habe ich für die Unteransicht weiß bemalt; man erkennt die Schwalbenschwanzführung, die bündig mit der Schürze abschließt.

Ganz ohne die Anwendung spanabhebender Werkzeuge kommt man aber doch nicht aus: damit die Kupplung tief genug in den Schacht geschoben werden kann, müssen Teile derselben und leider auch der Schürze weichen.

Bearbeiten der Kupplung

Die oben aus dem hinteren Teil der Kupplung herausstehenden paar Zehntel der Schwalbenschwanzführung des vorderen Teils müssen weg. Die direkt davor liegenden zwei Stege, zwischen denen der Vorentkupplungs-"Pröppel" befestigt ist, werden vorsichtig zur Schwalbenschwanzführung hin abgeschrägt. Bei der Verwendung von anderen Kupplungsköpfen mit Schwalbenschwanzaufnahme, etwa Roco-Kurzkupplungen oder Fleischmann-Profikupplungen, erübrigt sich dieser Schritt natürlich.

Bearbeiten des Wagenkastens

Mindestens der Vorsprung, der mittig an der Unterkante des Wagenkastens sitzt, muß egalisiert werden. Bei einigen Wagen mußte an dieser Stelle sogar eine kleine Vertiefung gefeilt werden. Ein Hauch "Fleisch" muß auch von der Unterkante des Wagenkastens weggenommen werden. Wie auch an der Kupplung empfiehlt es sich, hier immer wieder zu probieren, bis es zum einen problemlos und fast Puffer an Puffer kuppelt, zum anderen beim Bewegen der Kupplung nicht hakt.

Auch hier kann man sich das Herumgeschnitze am Wagenkasten bei der Verwendung anderer Kupplungsköpfe natürlich sparen. Ich würde heute auch zumindest von der Front nichts mehr wegfeilen, sondern lieber die Kupplung ein paar Zehntel weiter nach außen setzen, aber das ist Geschmackssache. Auf jeden Fall aber vorher probieren, ob man überhaupt was wegschnitzen muß und will!

Montage

Ich habe die Kupplung mit Pattex in den Schacht geklebt. Das hält der brachialen Zugkraft des Triebwagens ;-) allemal stand, zumal die Schächte desselben etwas knapper als nach NEM bemessen sind. Heute würde ich die Kupplung allerdings im Schacht verstiften stattdessen -- von der Seite ein 0,5er Loch durch den NEM-Schaft mit eingesteckter Kupplung bohren, 0,4er Draht durchstecken und an beiden Enden nach unten abwinkeln. Das geht schneller, hält besser und ist vor allem reversibel.

Rocos Lösung (irgendwann nach 2000)

Rocos Adapter (links) vs. normale KK (rechts) Irgendwann hat dann auch Roco gemerkt, daß die beigelegten Kupplungshaken eine ziemlich ärmliche Lösung waren, und selber einen Adapter für Schwalbenschwanzaufnahme in der richtigen Länge für den VT 98 gebaut. Ein bißchen stolz sind wir ja schon, daß wir schneller waren, aber daß Roco bei uns abgekuckt hätte, trauen wir uns dann doch nicht zu behaupten ;-)

Ein etwas längerer Schaft, eine normale Schwalbenschwanzaufnahme, und der Keks ist gegessen. Pfennigartikel. (Kostet bei Roco aber mehr, logisch: 2 Stück für 3,95 Euro ist der Preis, den Muck in diesem DSO-Thread nennt. Dafür kriegt man ja schon fast Brawa-G 10-Achslagerdeckel!)

Ein Klick aufs Bild 4 zeigt die Verpackung, die Bestellnummer ist 89215.

VT 98 mit Universalkupplung von oben in der Kurve VT 98 mit Universalkupplung von unten in der Kurve
Bilder 5 und 6: Auch in Kurven funktioniert's. Oberes Bild: Muck

Billiger! Und ohne Pattex! Die 3D-Druck-Lösung (2021)

Der Druckadapter von Alexander als CAD-PreviewNun sind 3,95 Euro zwar nicht viel Geld, aber teuer ist es doch für zwei Stückchen Plastik. Dachte sich auch Alexander, konstruierte das Teil kurzentschlossen in CAD nach und bat mich, es hier zum Download anzubieten. Was ich natürlich mit Freuden tu! Rechts Bild 7 mit der Vorschau, die Download-Dateien kommen gleich.

Alexander schreibt dazu: Es gibt einen Unterschied zum Originaladapter, und zwar ist meiner nur so hoch wie der Teil, der in den Schacht kommt. Der Originaladapter geht im Schwalbenschwanzbereich weiter nach unten. Die Anpassungen an der Kupplung muß man wie auf [dieser] Internetseite beschrieben machen, an diesem "Kasten" am Gehäuse kommt die Kupplung bei mir aber vorbei.

Downloads

VT 98 mit Universalkupplung -- Detailansicht
Bild 8: Nochmal eine Detailansicht. Bild: Muck

So. Damit sollte das Thema nach 20 Jahren wohl abschließend behandelt sein -- von mir ist da zumindest nichts mehr zu erwarten, denn der (unverändert hier herumliegende) VT 98 gehört inzwischen eigentlich nicht mehr zu meinem Beuteschema. Wohl aber der VT 95, und zu dem kommt dann übrigens demnächst auch eine Kupplungsseite in diesem Theater -- noch nicht mit meinem Triebwagen drauf, wer hätte das auch erwartet, sondern wiederum mit Beiträgen von Muck und Alexander.

Wenn aber jemand von Euch noch etwas zu ergänzen hat, egal ob neue Ideen, weitere Verbesserungen, bessere Bilder, Kritik oder auch Lob: schreibt mir gerne! Meine Adresse steht ganz oben, aber auch gleich hier unten am Seitenende. Und natürlich vielen Dank an die drei edlen Ideen-, Bilder- und Druckdateienspender -- so soll eine Kollaboration sein, und so war Modellbahnfrokler damals auch gedacht! Hach, wie in alten Zeiten :-)


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Zuletzt bearbeitet am 10. Januar 2021