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Die Leig-Einheit Gllvweh 08 & Glleh 12

Von Erik Meltzer <ermel@modellbahnfrokler.de>

Überblick

Gllvweh+Glleh Dresden von links
Noch nicht beschriftete Leigeinheit Gllvweh+Glleh Dresden
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Die älteste und sicherlich auch interessanteste Leigeinheit in meiner kleinen Runde ist diese hier, bestehend aus einem preußischen Güterzugbegleitwagen Pwg pr 14 und einem großräumigen gedeckten Wagen der Verbandsbauart Gl Dresden, bei der DB später als Gl 11 geführt. Als Leigwagen hießen die beiden dann natürlich anders: der Pwg wurde zum Gllvweh Dresden (ll: Leigwagen; v: eigentlich Stallungswagen, hier wohl "mit Begleiterabteil" o.ä.; w: weniger als 15 to Ladegewicht; eh: elektrische und Dampfheizleitung), später bei der DB Gllvweh 08, während der Gl zum Glleh Dresden, später Glleh 12, aufstieg.

Damit einher gingen natürlich diverse Umbauten, sowohl direkt bei der Herrichtung zur Leigeinheit Anfang der 30er Jahre als auch in der Zeit seither bis zum dargestellten Zustand etwa Anfang bis Mitte der 50er Jahre.

Gllvweh+Glleh Dresden von rechts
Sowas Asymmetrisches muß man ja wohl von beiden Seiten zeigen ;-)<
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Das Basismodell

Das Fleischmann-Basismodell Das Ausgangsmodell dieses Umbaus ist Fleischmanns bekannte Leigeinheit in Epoche-2-Ausführung. So etwa sahen diese Wagen aus, direkt nachdem sie zur Leigeinheit vereint worden waren. Ein größeres Bild meines Modells im ursprünglichen Zustand hat sich nicht erhalten, aber es war ja auch schon bemalt; wer mag, der google halt nach Fleischmann 5305, da gibt es mehr als genug Bilder davon.

Etwas später kam die Pwg+Gl-basierte Leigeinheit dann auch in einer Epoche-3-Version raus (Bestellnummer 5935). Hier hatte dann der ex-Pwg schon die richtige Farbe, aber schon gekürzte Trittstufen und (leider) auch die für DB-Wagen eher untypisch angeordneten Kastenverstärkungen, während der ex-Gl mit Fenstern statt Ladeklappen daherkam. Ansonsten "gilt" dieser Umbauvorschlag auch für das DB-Modell weitgehend, zumindest solange, bis ich auch mal ein solches in die Finger bekomme ;-)

Umbau

Wagenkasten des Gllvweh

Da gibt es eigentlich gar nicht so viel zu tun. Es gibt zwar sehr viele Vorbildfotos von Gllvweh 08, bei denen wie auch bei "normalen" Pwg 14 diverse Formen von zusätzlichen Verstrebungen nachgerüstet wurden, aber meins soll ja eine ziemlich originalbelassene Leigeinheit werden -- sowas gab es durchaus. Über die Verstrebungen referiere ich dann bei den folgenden Modellen mal, wenn ich auch Bilder dazu zu zeigen habe.

Freistehende Griffstange am Pwg 14 Ein paar Dinge müssen aber trotzdem verschwinden. Die angespritzten horizontalen Griffstangen über die ganze Wagenlänge zum Beispiel, denn die sind nicht nur häßlich, sondern auch beim Vorbild spätestens nach dem Krieg überflüssig -- wenn nicht sogar schon seit der Herrichtung zum Leigwagen. Einige Bilder zeigen zwar auch Gllvweh 08 noch mit Griffstangen, zumindest Resten davon, aber auch wenn man so eine nachbaut, sollte man die Griffstangen freistehend nachbauen -- es sieht einfach soo viel besser aus, wie das nebenstehende Bild meines so umgefrokelten Pwg 14 zeigt.

Anschriftenfeld am ex-Pwg Außerdem müssen die Klappen der Preßkohlenheizung weg. Die sind ein Überbleibsel aus der Zeit, als das Dienstabteil von Pwg mit glühenden Kohlen beheizt wurde, die in Blech-/Drahthalterungen gepackt und durch eben jene Klappen in Fächer unter dem (erhöhten) Boden geschoben wurden, von wo aus dann durch Lüftungsöffnungen wohlige Wärme nach oben stieg. Fleischmann hat diese Klappen schon beim Pwg leider nur auf einer Seite nachgebildet -- doof für die, die einen Pwg in der Ursprungsversion nachbauen möchten, aber gut für uns, die die Dinger dann nur einmal wegschnitzen und Bretterfugen ritzen müssen. Das Bild zeigt die entsprechende Stelle, schon mit schwarz abgesetztem Anschriftenfeld und nachgerüstetem Zettelhalter.

Zettelhalter an der rechten Seite des ex-Pwg Ein Zettelhalter gehört zwingend nur an den jeweils linken Wagen einer Leigeinheit, manche hatten aber am rechten auch einen, insgesamt also vier. So auch meine; das Bild zeigt den auf der anderen Seite des Gllvweh 08. Nebenbei erkennt man dann auch noch das von innen weiß nachgepinselte Klofenster, ein Detail, das fast allen älteren Modellen fehlt, und die nachgerüstete waagerechte Strebe im Laderaumfenster -- wer mag, kann die auch weglassen oder ein Fensterkreuz einbauen, da gab's wohl alle Varianten. Achja, die fensterlosen Türen hab ich mit einem Epoche-3-Pwg-Modell getauscht, einfach nur so -- auch da gab es beide Varianten.

Stirnseite des ex-Pwg Das war's schon fast, nur an der Stirnseite des ehemaligen Pwg müssen noch zwei Signalhalter montiert werden -- übrigens nur bei Gllvwh 08, nicht bei Wagen, die als Pwg laufen! Die haben nämlich ihre Signalhalter am anderen Ende. Wer noch ein Übriges tun will, ersetze die Eckgriffe und beachte dabei gleich den schicken Bogen an ihrem unteren Ende. Und schon war's das -- Wagenkasten braun lackieren, untere Türlaufschiene dabei nicht vergessen (GFN hat sie schwarz gemacht), und weiter geht's mit dem ...

Wagenkasten des Glleh

Auch hier gibt es wieder diverse, von mir bei diesem Modell aber nicht genutzte Möglichkeiten, Verstärkungsstreben anzubauen. Am typischsten ist dabei die klassische Endfeldverstrebung, wie wir sie von normalen Gl 11 auch kennen, aber auch Varianten mit einer bis zum Dach durchgehenden Strebe in den Endfeldern gab es, und Diagonalstreben neben den Schiebetüren kamen ebenfalls vor. Auch darüber mehr ein andermal, wenn ich mal so ein Modell gebaut habe. Und es gibt ja auch so noch was zu tun an dem Wagenkasten.

Ehemaliges Anschriftenfeld am ehemaligen Gl Als erstes ist wie üblich die alte Fleischmann-Krankheit des Epoche-1-mäßigen Anschriftenfeldes zu beheben, wie bei allen GFN-Verbandsbauart-Bretterwagen für Epoche 3: Leiste über dem Anschriftenfeld wegschnippeln, Bretterfugen nachritzen. Das Wieder-Schwarzmalen des Feldes kann man sich bei der Leigeinheit am inneren Ende sparen, die hatte ja nur am jeweils linken Wagen eins. Ob man wie ich am rechten einen Zettelhalter anbringt oder es läßt, ist wieder Geschmackssache -- nur sollte man es genauso halten wie beim ehemaligen Pwg.

Stirnseite des ehemaligen Gl Und das war's auch schon, bis auf natürlich die Griffe und Signalhalter an der Stirnseite wieder. Da sind zwar welche angedeutet, aber erstens klobig, zweitens empfindlich (zumindest die Griffe), und drittens fehlen entweder zusätzliche Griffe oben an der Stirnwand, oder man baut wie bei meinem Wagen die m.E. interessantere Version mit hohen, gewinkelten Griffstangen nach. Das war's schon -- Farbe drauf, auch wieder auf die unteren Türlaufschienen. Bei meinem Wagen schimmert der weiße Schriftzug "Stückgut=schnell=verkehr" noch ein bißchen durch, das ist Absicht. Fertig -- es sei denn, man möchte ...

Zusätzliche Fenster

Die Anordnung der Fenster variiert bei älteren Leigeinheiten fast beliebig. Am ehemaligen Pwg kann man, wie oben geschrieben, die Türfenster wegmachen oder drinlassen; außerdem kann man, wie ebenfalls oben schon gezeigt, Fensterstreben oder -kreuze nachrüsten, im Laderaum- und auch in den Türfenstern, wenn man sie denn dringelassen hat.

Noch variantenreicher sind die Fenstermöglichkeiten am Gl-Wagen. Da kann man Fenster in den Türen nachrüsten -- entweder zwei beidseits der Mittelstrebe oder auch eins in der Mitte, das dann von der Mittelstrebe geteilt wird -- und/oder an den Stellen, wo der Wagen ursprünglich Ladeöffnungen hat, also im jeweils zweiten Feld von außen. Die müssen auch durchaus nicht an beiden Enden sein -- es gibt ein Vorbildfoto mit Fenstern nur in der Tür und im zweiten Feld am Pwg-abgewandten Ende.

Und als wäre das nicht genug, fehlen auf einigen Bildern auch noch Lüftungsöffnungen -- und auch wieder nicht alle, sondern nur eine pro Seite, mal an dem Ende zum Übergang, mal am anderen. Auch wer wie ich keine konkreten Vorbildwagen nachbaut, hat also genug Möglichkeiten, daß auch mehrere Einheiten sich durch mehr als nur die Anschriften unterscheiden.

Rausstanzen der Fensteröffnungen Also los, nur Mut -- grob angezeichnet, Stechbeitel angesetzt und gib ihm! Äh, was -- Stechbeitel? Will der uns verarschen? Nö: ich hab das wirklich auf diese zugegebenermaßen eher brutal wirkende Methode gemacht, und abgesehen von einem Schnitt, bei dem die als Unterlage verwendete Leiste an meiner Basteltischplattenvorderkante unvermittelt nachgab, hat das auch prima geklappt. Der Stechbeitel ist allerdings auch ein guter, und eigens zu diesem Zweck gekauft. Also nicht zum Fensterausschneiden, aber für den Modellbau. Auch zum Wegschaben von Griffstangen, Profilen oder Preßkohlenheizungsklappen gibt es m.E. nix Besseres!

Fertige Fensteröffnungen Ein bißchen nachfeilen muß man die Löcher natürlich trotzdem. Das Problem dabei ist, die gleichgroß und allseitig rechtwinklig zu feilen. Dabei hilft der im Bild angedeutete Trick: Fenster mit dem Stift auf Pappe oder wie bei mir zufällig herumliegendes PS abmalen, dann dieses Stück Pappe oder PS um 180° gedreht hinter die Fenster halten -- auch kleine Größen- und Winkelunterschiede fallen sofort ins Auge, auch wenn es sie an der Tür selber nicht erkennt.

Tesafilm hinter die Fenster Schreiten wir nun zur Verglasung. Dazu hab ich mir einen Trick bei den Modellautofroklern bei Mo87 abgeschaut (wenn mir wieder einfällt, bei wem, trag ich den Namen hier nach): Auf der Rückseite Tesa über die Fensteröffnungen kleben ...

Eingesetzte Fensterscheiben ... und dann von der anderen Seite klares Polystyrol ins Tesa gedrückt. Geht schnell, gibt keine Kleberänder und erzeugt, was hier egal ist, aber bei Glasdächern in Modellautos nicht, eine Seite mit absolut glatter Oberfläche -- hier die innere, was auch nicht schlecht wäre, wenn man die Türen noch öffnen können wollte und nicht wie ich noch Gitter dahintergebaut hätte (s.u.). Egal, die Scheiben sind drin, und daß sie nicht genau passen, macht gar nichts, denn es fehlen ja noch die ...

Fensterrahmen ... Fensterrahmen. Die allerdings sind noch verbesserungswürdig, denn erstens ist es eine Heidenarbeit, die aus einzelnen PS-Profilstreifchen zusammenzufummeln; zweitens sind sie zumindest bei mir doch noch ziemlich krumpelig geworden; und drittens sollten sie eigentlich deutlich vor der Ebene der Seitenwände liegen, nicht bündig mit ihr. Eingeklebt habe ich meine PS-Streifchen mit Sekundenkleber -- bis auf das mittlere, da hab ich die Scheibe mit Humbrol Glosskote (also hochglänzendem Klarlack) überlackiert und das Streifchen in den feuchten Lack gelegt.

Fertige Türfenster Das Anpinseln der Rahmen ist dann auch noch mal ne Zitterpartie; die weißen Ränder werden beim Altern noch verschwinden. Wie gesagt, so richtig zufrieden bin ich mit den Fensterrahmen nicht. Aber egal -- nur wer nix baut, baut keinen Mist! Und ich bin wie gesagt zuversichtlich, daß das alles nach dem Altern des Wagens nicht mehr allzusehr auffallen wird. Trotzdem will ich mich mal mit der Erstellung von Leig-Fensterrahmen in Ätz- oder Lasertechnik befassen in nächster Zeit; wenn das Früchte trägt, kommen die Fenster nochmal neu, und diese Seite wird aktualisiert.

Fenstergitter

Damit ein gegen die Wand donnerndes Stückgut nicht gleich die Scheibe zerdeppert, waren die Fenster im Packraum der Leigeinheiten von innen vergittert. Beim ehemaligen Pwg hat das GFN schon für uns erledigt, mit einer recht gelungenen Gravur der Scheibe, die recht überzeugend den Eindruck silberner Gitterstäbe weckt; bei den neuen Fenstern im Gl müssen wir selber tätig werden. Gravieren hat zumindest bei mir nicht geklappt, also muß ein richtiges Gitter her.

Der Gitterwickler Nur: wie bekommt man anständig parallel verlaufende Gitterstäbe? Das Bild zeigt meine Lösung: den Orregenool-Modellbahnfrokler-Gitterwickler [tm]! Er besteht aus dem Unterteil einer Brekina-Modellautoverpackung (hellgrau mit Farbschmierereien, da vorher als Mischpalette verwendet), zwei Auhagen-Ziegelfriesteilen (rot), drei ihrer Enden beraubten Wattestäbchen (durchsichtig) zur Aussteifung und viel Sekundenkleber. Da fädelt man dann den Draht (bei mir schwarz lackierter 0,25er aus dem Bastelladen) im Zickzack drauf, klebt mit noch mehr Sekundenkleber die Querstreben aus PS drauf, beschwert das Ganze ein bißchen, wartet ein paar Stunden, und schon kann man die Gitter rausknipsen, ...

Fertige Gitter von innen und außen ... ablängen und hinter die Fenster kleben. Klar, die Gitter zu löten wär eleganter, aber dazu muß man sich wohl erstmal ne Lötlehre nageln oder so, die Hitze werden die Auhagendinger sicher nicht so gern ertragen. Außerdem hatte ich so dünnen Draht eh nur in lackiert da, was sich eher mäßig gut löten läßt -- also bitte. ;-) Nebenbei: ich habe beide Wagenkästen von innen in diesem undefinierbaren Hellgrüngrau lackiert, nicht weil man das so toll sieht durch die winzigen Fenster, aber damit man auf jeden Fall durch sie schon mal kein Güterwagenbraun oder Dunkelgrün auch nur erahnen kann, egal wie ungünstig gerade die Sonne steht. Denn das stört mich öfter mal bei Modellbahnwagen oder -- schlimmer -- Modellautos: Außenfarbe auf der Innenseite, wo sie beim Vorbild nicht hingehört.

Fertige Gitter bei aufgesetztem Dach Zugegeben, bei den nicht nur winzigen, sondern auch wenigen und gegenüberliegenden Fenstern des Gll hätt ich mir das Anmalen der Innenseiten wohl wirklich sparen können. Nicht aber den Bau der Gitter, die in silberner Bemalung vor dem dunklen Hintergrund recht gut zur Geltung kommen. In dem Bild erkennt man auch meine freistehenden, viel zu rundlich gebogenen Türgriffstangen -- die müssen auch nochmal neu, und der bereits weggestechbeitelte, aber noch nicht aus Ätzteilen wieder angebaute Türverschlußriegel ist ein weiterer Grund, auch dieses Bild beizeiten nochmal ersetzen zu wollen.

Dächer

Fleischmann hat es ja nur gut gemeint mit den ganzen Dachaufbauten; ein paar davon müssen aber weg, und weg dürfen fast alle. Im Einzelnen:

Dachansicht des Übergangs Am übergangsseitigen Ende des ex-Pwg sind noch Signalhalter angedeutet, die bei der Leigeinheit keinen Sinn machen (und aber auch für Pwg arg knubbelig sind) -- ersatzlos weg damit! Die angedeuteten Dachnähte auf dem ex-Gl-Dach müssen ebenfalls weg. Es gab zwar auch in Leigeinheiten Wagen mit Blechdach, aber deren Nähte saßen viel enger zusammen, und wegmachen ist einfacher als gleich aussehende Nähte draufzukleben.

Das Ofenrohr muß von seinem angestammten Platz auf dem flacheren Dach des ex-Pwg ebenfalls verschwinden -- bei Pwg ist da der Mannschaftsraum, da ist ein Ofen ne nette Sache, aber im Frachtraum eines Gllvweh ist er im Wortsinne brandgefährlich. Nicht verwechseln: das Ofenrohr ist das an der Seite über der rechten Schiebetür (wenn wir mal das hohe Ende als "vorne" bezeichnen), nicht das beinahe in Fahrzeugmitte kurz vor der hinteren Stirnwand des Dachaufbaus. Das ist der Dachlüfter vom Klo, hochgelegt vermutlich um zu vermeiden, daß herbe Düfte durch die Fenster in den Dachaufbau ziehen. Den Klolüfter kann man allerdings ersetzen durch ein einfaches Rohr. Das Ofenrohr scheint nach vorliegenden Bildern meist ersatzlos entfallen zu sein (wie haben die den Dienstraum geheizt? Dampf? Elektrisch? Wer weiß da was?), es gibt aber auch ein Bild mit Ofenrohr, das in neckischem Winkel aus dem hohen Dachteil ragt -- das mußte ich natürlich bei meinem Modell auch so machen, zu sehen ganz oben in der Gesamtansicht.

Bleiben noch die Lüfter und, im Falle des ex-Pwg, Leitungen der Gasbeleuchtung. Auch die wurden bei der DB weggeruppt (und eine langweilige elektrische Beleuchtung eingebaut) und sind daher normalerweise einzuebnen; meine Leigeinheit hat das beim Vorbild noch vor sich, weil ich es im Modell nicht übers Herz bringe. Im Gegenteil überlege ich, die Lüfter durch viel schönere Weinert-Messinggußteile zu ersetzen und auch am ex-Gl Leitungen nachzurüsten. Auch wenn ich nicht weiß, wo die genau langlaufen müssen -- wenn ich das nicht erkennen kann auf den Vorbildfotos, kann es auch sonst keiner, also ist es egal ;-)

Die z.B. in [1] abgedruckte Umrüst-Musterzeichnung "Stückgutwagen der Direktion Köln von 1934" zeigt übrigens nur zwei Gasbeleuchtungs-Lüfter auf dem Dach des Gll, sogar mit Maßangaben, wo sie zu installieren waren; wenn ich tatsächlich Weinert-Lüfter anbaue, werde ich mich wohl daran halten, aber bis dahin gilt wie immer Mut zur Lücke: Man beweise mir bitte, daß es keine Gll mit vier Lampen gab ...

Ach ja, und dann sind da noch zwei niedliche kleine Wendler-Luftsauger auf dem hohen Dachteil des ex-Pwg. Wie könnte es anders sein: auch die können weg, müssen aber nicht unbedingt -- und auch die gibt es viel schöner von Weinert. Ich muß mir da echt mal wieder einen Schwung Teile bestellen, die Liste wird länger und länger ...

Zusammenfassend: Man kann alle Dachaufbauten einebnen bis auf den Abortlüfter, diesen durch ein Rohr ersetzen, und man wäre fertig und hätte nix falsch gemacht. Aber man kann auch alles so lassen wie es ist, nur die Nähte und Signalhalter wegmachen und das Ofenrohr versetzen. Und man kann auch alles von Weinert neu machen. Ganz nach Geschmack. Herrlich, oder?

Fahrwerke

Wer hier ein Riesen-Referat über zu verfeinernde Bremsanlagen, neue Achshalter, vorbildgerecht längere Tragfedern, Federpuffer, Original- oder wenigstens Finescale-Kupplungen und dergleichen schöne Sachen mehr erwartet hat, der ist, wie Kenner dieser Website kaum überraschen wird, falsch. Nicht mal die Puffer mit den zugegebenermaßen zu großen Puffertellern habe ich ersetzt. Rangierergriffe angebaut, das habe ich allerdings, so ziemlich zum ersten Mal überhaupt, dank der feinen Ätzteile vom AW Lingen, die ich endlich mal ausprobieren wollte. Geht gut, mach ich in Zukunft öfter. Aber sonst ist von mir in Sachen Fahrwerksdetaillierung auch weiterhin nicht viel mehr zu erwarten als bisher.

Bleiben also nur noch die epochenspezifischen Änderungen an den Tritten. Der ehemalige Pwg hat in der Epoche-2-Version völlig korrekt durchgehende untere Tritte über die gesamte Länge; die sind für Epoche 3 zumindest zwischen Schiebetür und Übergang zum Gl zu entfernen. Meist wurde auch der untere Tritt zwischen Schiebetür und Einstiegstür am hohen Wagenende entfernt, wie bei meiner Einheit; allerdings habe ich da nix weggeschnitten, sondern die Tritte gegen die eines Epoche-3-Pwg getauscht, weil ich auch einige Pwg mit durchgehenden Tritten zu bauen vorhabe -- wegschneiden kann ich sie dann immer noch. Wichtig: Am Übergangsende sind die Rangierertritte fehl am Platz und müssen weg.

Am ehemaligen Gl muß dafür noch ein Tritt ran. Nagut, "muß" ist zuviel gesagt, nicht alle Gllh hatten den, besonders in Einheiten mit ex-Pwg nicht, aber er sieht interessant aus, der zweite Tritt unter der Schiebetür -- und ist aus einem passenden PS-Streifen auch schnell angefertigt und (vorbildwidrig, aber fast unsichtbar) unter die Kastensäulen geklebt. Bilder davon waren oben schon zu sehen.

Achja, und wer von den Dächern die Lüfter der Gasbeleuchtung entfernt hat, der sollte natürlich auch die Gasbehälter von den Fahrwerken zupfen. Und keine Lichtmaschine nebst Batteriekasten nachrüsten, denn die gab es zwar bei jüngeren Leigeinheiten durchaus, aber bei denen mit einem ex-Pwg wenn, dann nur sehr selten. Beleuchtet wurden die dann übrigens, wie Pwg auch, mit einer Lichtstromleitung von der Lok her.

Details

Viel fehlt nicht mehr. Der Faltenbalghalter an der Stirnseite des ehemaligen Gl ist jetzt so spontan das einzige noch nicht besprochene und auch noch nicht montierte Detail, das mir einfällt. Achja, und natürlich der Anlaß für die Nebengattungszeichen "eh", also elektrische und Dampfheizleitungen bzw. ihre Kupplungen an den Wagenenden. Wenn die Sachen montiert sind, werden sie hier natürlich auch gezeigt.

Lackierung und Beschriftung

Lackierung ist bei meinem Exemplar wie meist eher wohlwollend formuliert, ich habe mal wieder nur gepinselt -- mit Weinertfarbe übrigens, und pfeif auf die Leute, die behaupten, das ginge gar nicht. Klar, trocknet fast schon am Pinsel und verläuft deswegen nicht so toll auf dem Modell, aber hey, das ist ein uralter Bretterwandwagen (naja: zwei) kurz nach dem Krieg. Und das Modell bekommt eh noch meinen Schmutzklarlacküberzug, wenn die Beschriftung drauf ist.

Die kommt hier mal wieder von Gaßner, denn schließlich ist ne Komplettbeschriftung fällig, da sind die doch etwas robusteren und leichter zu verarbeitenden Gaßner-Decals gegenüber den auf Einzelbestellung gedruckten von z.B. Andreas Nothaft doch nervenschonender. Außerdem interessiert mich, ob Gaßner vielleicht auch "Stückgut-Schnellverkehr"-Schriftzüge mitliefert -- nicht für diese Einheit, die bleibt so mit dem ganz schwach durchschimmernden, überpinselten alten Schriftzug in weiß auf braun, aber für eine folgende vielleicht.

Die Hauptanschriftenfelder als Gllvweh und Glleh Dresden der DR Brit-US-Zone werde ich dann natürlich wieder bei Andreas Nothaft bestellen.

Verwendete Bauteile

Literaturhinweise

  1. Die Entwicklung der Leig-Einheiten, Teil 1. In: Eisenbahn Kurier 9/1996, S. 104-108. Umbauanleitung für die Fleischmann-Leigeinheit in Epoche 2, Zeichnungen, Vorbildfotos. Teil 2 im Dezemberheft ist auch sehenswert, befaßt sich aber mit jüngeren Vorbildern.
  2. MIBA Spezial 63: "Vorwiegend Güter", S. 10. Kein spezifischer Leig-Artikel, aber hier findet sich das Vorbildfoto mit Ofenrohr und Brit-US-Zone-Beschriftung.

Bitte beachte auch die Literaturhinweise im Leig-Umbau-Übersichtsartikel.


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Zuletzt bearbeitet am 21. Januar 2013   Technische Probleme? Mail an Webmaster