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Leig-Einheiten der Verbandsbauart

Von Erik Meltzer <ermel@modellbahnfrokler.de>

Vorbild und -wort

Die ersten Leig-Einheiten wurden aus Packwagen (meist Güterzugbegleitwagen Pwg pr 14) und großräumigen sog. "Hohlglaswagen" des Gattungsbezirks Dresden zusammengestellt. Schon bald erwies sich diese Kombination aber als zu klein, so daß man dazu überging, je einen Dresden mit und ohne Handbremse zu kombinieren und in den erstgenannten Zugführerabteil und Abort nachzurüsten. Die so entstandenen Leig-Einheiten, später bei der DB als Gll(e)h 12 bezeichnet, waren die häufigste Spielart dieser Gattung -- und auch eine der variantenreichsten, diesbezüglich nur übertroffen von der Bauform mit dem Packwagen.

Dementsprechend sollten auch die Modelle nicht alle gleich aussehen. Fleischmann hat den Gllh Dresden zwar schon recht brauchbar umgesetzt, trotzdem sind da einige Umbauten fällig -- zum einen epochenspezifische, zum zweiten um formbautechnische Kompromisse der fleischmannschen Großserienfertigung zu beheben, zum dritten und vor allem aber wegen des Vorbilds Variantenreichtum.

Ich behandele die (fertigen, werdenden und geplanten) Modelle hier ohne eine besondere Reihenfolge. Das Ganze ist eher eine To-Do-Liste als ein richtiger Umbauartikel, aber das mag ja vielleicht auch manchem helfen, Umbauideen zu finden.

Schlichte Vanille: Gllh 12 der DB

Beginnen wir mit etwas Einfachem, oder wie der Anglophone sagt plain vanilla:

Gllh 12: GFN-Modell mit großem Schriftzug
Bild ?: Gllh 12 der DB aus der Fleischmann-Sonderserie.
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Diese dem langjährigen Leser von Modellbahnfrokler.de von der Modellkritik mit Verbesserungsvorschlägen sattsam bekannte Leig-Einheit, entstanden aus der ersten Fleischmann-Epoche-3-Sonderserie von 2003, ist zwar seit ungefähr 2003 offiziell fertig, kommt aber für diese Seite auch mal wieder auf den Basteltisch und erhält ein paar fehlende oder inzwischen schöner zu machende Verbesserungen, als da wären:

Bis zur Vergasung: Glleh Dresden der DR Brit-US-Zone

Gasbeleuchtung? Doch, das gab es sogar bei DB-beschrifteten Wagen noch!

Glleh Dresden: GFN-Modell mit Gasbeleuchtung
Bild ?: Gllh Dresden der DR Brit-US-Zone mit Gasbeleuchtung.

Ein paar Jahre früher, in meiner eigentlichen Leib-und-Magen-Epoche 3a, wird diese Leig-Einheit angesiedelt. Sie darf die Gasbeleuchtung des Fleischmann-Epoche-2-Modells behalten, und auch der kleine "Stückgut-Schnellverkehr"-Schriftzug auf den Türen hat Taug und darf bleiben. Trotzdem wird auch hier einiges geändert werden:

Symmetrie wird überbewertet: Gllh Dresden der DR Brit-US-Zone

Aber immer dieselbe Fensteranordnung ist doch langweilig! Genau:

Gllh Dresden: Vorbildfotos von C. Bellingrodt
Bild ?: Höchst asymmetrischer Gllh Dresden der DR Brit-US-Zone.
Aufnahmen: C. Bellingrodt, geklaut aus EK 9/96

Für mich zutiefst untypisch ist ja der Nachbau konkreter Vorbildwagen, aber bei diesem hier werde ich eine Ausnahme machen. Die Fenster- und Lüfteranordnung in den Seitenwänden ist so herrlich gebastelt, da kann ich einfach nicht widerstehen!

Es fällt auf, daß die Fenster des Wagens ohne Handbremse nicht in den gleichen Feldern sind: zum Übergang hin wurde wie im Regelfall üblich die Ladeöffnung durch ein Fenster ersetzt, zum Einheits-Ende hin hingegen die Lüftungsöffnung. Beim Handbremswagen sind die Fenster symmetrisch, wenn man vom anders geformten Fenster im Zugführerabteil absieht; dafür hat er aber am Handbrems-Ende trotzdem keine Lüftungsöffnung mehr. Und zu guter Letzt hat dann auch noch nur der Nicht-Handbremswagen ein Fenster in der Schiebetür. (Das Toilettenfenster wird auf der anderen Wagenseite vermutlich im dritten Feld gewesen sein; wäre es im ersten Feld neben der Stirnwand, müßte man m.E. das Fallrohr erkennen können. Außerdem ist der Ofen, erkenntlich am Ofenrohr im Dach, recht nah an der Stirnwand.)

Weitere Besonderheiten sind der ungebremste Nicht-Handbremswagen, das Bremserhaus mit runden Türfenstern, die vier Zettelhalter und die fehlenden Endfeldverstärkungen.

Freundlicherweise hat Fleischmann ein ziemlich praktisches Basismodell für den Bau von Leig-Einheiten mit abweichender Fensteranordnung herausgebracht: das Epoche-2-Modell 530605. Es hat nämlich die Seitenwände komplett vom normalen Gl-Wagen, also keinerlei Fenster und alle Lade/Lüftungsöffnungen. (Die Anschriften erscheinen mir bei diesem Modell zwar mutig -- die Schriftzüge "Deutsche Reichsbahn" und "Dresden" sind teilweise über die Ladeöffnungen gedruckt! --, aber das spielt ja für meinen Umbau keine Rolle.)

Damit liest sich die Liste der erforderlichen Arbeiten dann so:

Noch mehr?

Die Bandbreite der Vorbildvariationen in den 50er Jahren ist mit diesen paar Leig-Einheiten natürlich noch längst nicht ausgeschöpft. Da wären zum Beispiel noch Einheiten mit Laderaumfenstern ausschließlich in den Türen, auf einem Bild sogar mit dem schrägen "Stückgut-Schnellverkehr"-Schriftzug stumpf über die Scheiben lackiert. Oder die Variante mit zwei Fenstern auf einer Seite im Zugführer-Abteil: eins im ersten, eins im zweiten Seitenwandfeld, vom Bremserhaus aus gesehen, wie sie diese Zeichnung im Archiv zeigt. Oder auch nur im ersten Feld! Hübsch auch die Version, bei der die Laderaumfenster erkennbar in die Ladeöffnungen eingebaut wurden. Oder mal eine mit Blechdächern? Oder mit schrägen Streben in den Feldern neben den Schiebetüren? Und so weiter, und so weiter ...

Es gibt mit anderen Worten noch mehr als genug spannende Vorbilder, selbst wenn meine drei Einheiten mal fertig sind und beim Fremo laufen. Ob ich dann noch mehr baue? Weiß ich nicht. Aber wundern würde es mich nicht ;-)

Zugabe: Moderne Zeiten: Gllh 12 mit Bremserbühne der DB

Auch wenn es nicht wirklich in meine Epoche paßt, will ich doch auch mal eine "moderne" Gllh-12-Einheit bauen. Auslöser dieses Wunsches war diese Zeichnung aus unserem Archiv:

Gllh 12: Zeichnungsausschnitt
Bild ?: Ausschnitt aus der Zeichnung eines Gllh 12 mit Bremserbühne.
Für die vollständige Zeichnung aufs Bild klicken

Man erkennt außer dem wiederum anderen Grundriß mit der Toilette an der von der Bremserbühne her gesehen linken Seitenwand vor allem die ungewöhnliche Anordnung der bühnenseitigen Tür: sie ist nicht mittig, also hinter dem ehemaligen Bremserhaus, sondern rechts! Außerdem sind in der Zeichnung auch keine Lüftungsöffnungen mehr eingezeichnet. Ich nehme an, man wird den Wagen mal neu verbrettert und die für einen Leigwagen ja ansich auch unnötigen Öffnungen dabei eingespart haben.

Nun habe ich zwar kein Vorbildfoto einer solchen Einheit gefunden, aber die werden die Zeichnung ja wohl kaum frei erfunden haben damals. Und so ist der Bau dieser Einheit, wieder basierend auf dem sonst ja weitgehend passenden Fleischmann-Modell, beschlossene Sache. Ein "Stückgut-Schnellverkehr"-Schriftzug ist in der dargestellten Einsatzzeit, wohl Mitte der 60er Jahre, auch nicht mehr nötig, so daß das Basismodell ziemlich egal ist. Ob ich die größeren Fenster nachbilde, weiß ich noch nicht genau, aber schick wär's ja schon. Mal kucken.

Und was mach ich dann damit? Na, ich wüßte da schon einen Epoche-3c-Fan, der das Ding bestimmt gern in Pflege nehmen und sich garantiert bis dahin selber keins bauen wird ... :-)


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