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In Murnau wird Ng 8013 zu Ng 8014

Die Murnau-Files, Teil 1

Von Johannes Auerbacher <johannes@modellbahnfrokler.de>

Vorwort

Im Dezember 2012 begann im Drehscheibe-Online-Modellbahnforum eine Serie, die Maßstäbe setzte: Johannes Auerbacher berichtete mit vielen Bildern über seinen Bahnhof Murnau, mit allem was dazugehört. Schon damals beschlossen wir, daß diese Serie hier für die Nachwelt archiviert werden solle. Nun ist es soweit: die Modellbahnfrokler präsentieren die Murnau-Files! :-) (ermel)

In Murnau wird Ng 8013 zu Ng8014

Hier ein Bericht über die elektrifizierte Nebenstrecke von Freilassing über Kammerl nach Murnau. Die Gegend ist reich an Kalkstein, weshalb sich in Murnau ein kleines Kalkwerk und nahe Kammerl ein Zementwerk bis in die erste Hälfte der 50er Jahre erhalten hat. Außerdem gibt es in Murnau ein Baywa-Lagerhaus, und eine Ladestraße, mit der diverse Kohlenhändler und ein Sägewerk versorgt werden, und an der der Güterschuppen und eine Seitenrampe liegen.

G 10 und R Stuttgart an der Ladestraße

Bild 1: Vor dem Eintreffen des Nahgüterzuges stehen einige am Vortag entladene Wagen an der Ladestraße (Gleis 1), ein leerer G 10 und ein R Stuttgart.

Einfahrender Güterzug

Bild 2: Inzwischen ist der Güterzug auf Gleis 3 eingetroffen und die Zuglok E44 507 hat umgesetzt. Ihre nächste Aufgabe besteht darin, die Gruppe 2 "Murnau" des Ng 8013 in die für die Ladegleise richtige Reihenfolge zu rangieren, nutzbare Leerwagen dabei zu einzufügen und die Wagen für die Übergabe zum Zementwerk bei der Haltestelle Kammerl auf Gleis 2 zu stellen. Die Garnitur des zuvor eingetroffenen Personenzuges P 4021 steht auf dem Stumpfgleis 5, während die zugehörige Lok E44 504 vor dem Lokschuppen pausiert.

G 10 und R Stuttgart an der Zugspitze

Bild 3: Man erkennt die beiden Güterwagen, die zuvor auf Gleis 1 standen.

Die am Bahnhofsplatz geparkten PKW sind zwei Opels, der eine ein vor Jahrzehnten käuflicher Abguss des alten Wiking und der andere ein neuerer Brekina. Natürlich kriegen die eines Tages noch Nummernschilder, und zwar die schwarzen. Aber wenn Du Dich auf den Bildern umschaust, wirst Du noch einige große und ganz viele andere kleine Baustellen finden. Wie heißt es so schön: Eins nach dem anderen, wie der Bauer die Klöß' isst.

Rangierarbeiten

Bild 4: An Gleis 1 ist nur Ommpu 49 der Saar-Bahn übriggeblieben. Er sollte eigentlich als Leerwagen zurück in den (Schatten-)Bahnhof Freilassing gehen; inzwischen winkt jedoch ein Frachtauftrag für den nächsten Tag, weshalb er doch in Murnau bleibt. Die V36 225 wird für die Bedienung des noch fahrleitungslosen Zementwerkes bei der Haltestelle Kammerl gebraucht und, wo sie nun mal da ist, erleichtert sie auch den einen oder anderen Rangiervorgang in Murnau.

Ankommende Wagen: Kesselwagen, R 10, Gms 39

Bild 5: Zu den angekommen Wagen zählen Kesselwagen mit Heizöl für die Baywa, ein R 10 mit Torf und ein leerer Gms 39. Rechts gerade noch ein leerer Kalkwagen für das Murnauer Kalkwerk zu erkennen.

Der Gms 39 ist ein Umbau aus der Zeit, als es die Güterwagenhandbücher von Stefan Carstens noch nicht gab. Ich weiß nicht mehr, nach welcher Zeichnung ich gebaut habe, aber Fotos haben auch eine große Rolle gespielt. Der Wagenkasten ist von Roco, das Fahrgestell aber auch, wenigstens zu etwa 60%. Ich habe es in der Mitte zwei mal geteilt, und zwar so, dass dabei die jeweils richtigen Endüberhänge entstanden sind. Ein neues Zwischenstück aus Polystyrol wurde zwischen die umgedrehten Enden eingebaut. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Breite des Fahrgestells etwas reduziert, die Radsatzlager etwas tiefer gebohrt und die Radsätze auf RP25-110 abgedreht.

Das Bremserhaus ist aus Polystyrolplatten entstanden, wobei die "Beule" für die Handbremskurbel aus Papier entstand. Beim Zusammenkleben mit Sekundenkleber behandelt, saugt sich das Papier voll und ist dann quasi ein faserverstärkter Kunststoff. Die Bremserhaustüren habe ich nicht dargestellt, sie fehlen bereits. Die Tritte bestehen aus 0,5-mm-Messingdraht, die da, wo die Trittbretter aufliegen, im Schraubstock platt gequetscht wurden. Die Trittbretter selbst sind aus 0,5-mm-Holzfurnier geschnitten.

K Wuppertal, Omm Klagenfurt und SS 15

Bild 6: Hier noch mal der Kalkwagen (ein Kurswagen, der täglich verkehrt), ein Omm Klagenfurt (er hat Koks für den Kohlenhändler angefahren und steht nun für eine Ladung Grubenholz zur Verfügung) und ein SS 15, der am Vortag eine Ladung Stammholz gebracht hat und nun für eine Rückleistung mit geschnittenem Holz bereitsteht.

Abfahrbereite Sperrfahrt zum Zementwerk

Bild 7: Das Rangieren hat ein vorläufiges Ende gefunden. Auf Gleis 3 haben die Wagen jetzt die richtige Reihenfolge. Außerdem wird gerade das Kalkwerk (im Hintergrund) bedient. Die V36 hat zwei Leerwagen für das Zementwerk (für losen und Sackzement) angekuppelt und steht zur Ausfahrt als Sperrfahrt bereit.

Ausfahrende Sperrfahrt

Bild 8: Gruppenausfahrsignal B ist auf Hp1 gezogen und ab geht die Post!

V 36, G München und Kds 54 auf dem Weg zum Zementwerk

Bild 9: Gerade hat die Üg 80014 das Einfahrsignal von Murnau passiert und nähert sich der Haltestelle Kammerl. Im Vordergrund der Gleisanschluss des noch imaginären Zementwerkes mit einem bereits beladenen G 10. Man erkennt schon die Entladebunker für die Zuschlagsstoffe zur Zementherstellung. Der Kalkstein wird örtlich gewonnen.

Bedienung des Zementwerks

Bild 10: Die Üg ist im Kammerl angekommen. Nun werden die Schutzweiche und die Anschlussweiche aufgeschlossen.

Bedienung des Zementwerks

Bild 11: Der G 10 ist aus dem Anschluss herausgezogen worden und wird nun auf dem Streckengleis zwischengeparkt.

Bedienung des Zementwerks

Bild 12: Jetzt werden die beiden Leerwagen in die Verladeposition im Anschluss gebracht.

Bedienung des Zementwerks

Bild 13: Inzwischen ist die zurücklaufende Übergabe Üg 80015 gebildet. Am Dach des EG von Kammerl sind noch einige Garantiearbeiten zu machen, wie man sieht.

Zurück in Murnau

Bild 14: Üg 80015 ist gerade in Murnau angekommen. Noch brennen die roten Schlusslichter an der V36. Der G 10 wird ein Teil des abgehenden Ng 8014 und wird von der Diesellok noch bis an den Prellbock von Gleis 2 geschoben. Anschließend verzieht sich die Lok wieder auf Gleis 1 an die Rampe, wo man so bequem aus- und einsteigen kann. Die beladenen Wagen aus dem Kalkwerk bilden zusammen mit dem Pwg eine weiteren Teil des abgehenden Ng.

ES 8704 kommt

Bild 15: Es ist Zeit, in Murnau die Rangierarbeiten zu unterbrechen, denn es nähert sich Pt(mG) 4003, hier beim Einfahrsignal von Freilassing.

Nachschuß auf den ET: er hat Stückgutwagen dabei

Bild 16: Hier ist der mG, ein (oder auch zwei) Eilstückgutkurswagen für Murnau.

Da geht er hin

Bild 17

Pt(mG) 4003 unterwegs nach Murnau

Bild 18: Der ET87 04 an einem nicht technisch gesicherten BÜ zwischen Freilassing und Kammerl. Die Heumandln stehen schon eine Weile.

Zwischenhalt in Kammerl

Bild 19: Zwischenhalt in Kammerl

Am Zementwerk

Bild 20: Der Pt passiert das imaginäre Zementwerk beim Einfahrsignal A von Murnau.

Der Pt(mG) ist in Murnau

Bild 21: Der Triebzug ist auf Gleis 2 eingefahren. Nun schickt sich E44 507 an, den Eilstückgutkurswagen an der richtigen Stelle der in Gleis 3 für das Ladegleis 1 bereitstehenden Wagen einzureihen.

Der Stückgutwagen wird abgezogen

Bild 22: Und so passiert's auch. Pt 4004 kann bald schon wieder zurück nach Freilassing.

Pt 4004 schon wieder fast in Freilassing

Bild 23: Pt 4004 kurz vor dem Esig von Freilassing.

R 10 mit Torfladung

Bild 24: Auf Gleis 1 steht jetzt der R 10 bereit zur Entladung.

Omm Klagenfurt und SS 15

Bild 25: Ebenso der Omm Klagenfurt und der SS 15. Wir erinnern uns: Der eine bekommt Grubenholz, der andere Schnittholz.

R Stuttgart an der Rampe, dahinter Pwg pr 14 und KK 06

Bild 26: An der Rampe noch der R Stuttgart. Er wird mit einem Möbelwagen beladen. Dazu müssen auf der Rampenseite noch die Rungen und die Bordwände aus den Halterungen gezogen und kräftige Überfahrbleche herbeigeschafft werden. Eine Kopframpe wäre einfacher, gibt es aber in Murnau nicht.

Ng 8014 mit Pwg, KK 06, K 06 und G 10

Bild 27: Hier der fertige Ng 8014 in voller Länge. Ungewöhnlich kurz an diesem Tag, an dem es keine abgehenden Wagenladungen außer von dem Kalk- und dem Zementwerk gibt und auch keine Leerwagen nach Freilassing zu bringen waren.

E 44 507 mit dem Ng bei Freilassing

Bild 28: Hier der Ng 8014 bei Freilassing.

Entladener R 10

Bild 29: Der R 10 ist mittlerweile seine Torfladung losgeworden ...

Omm Klagenfurt und SS 15 mit Holzladung

Bild 30: ... anders als der Omm und der SS. Die Grubenholzladung darf bei Wagen mit an der Oberkante der Türen durchlaufendem Obergurt ohne die quer liegenden Entlastungshölzer für die Türen beladen werden.

R Stuttgart mit Möbelwagen beladen

Bild 31: Auch der Möbelwagen ist inzwischen an Ort und Stelle verkeilt und verspannt.

Ergänzungen

Hintergrund

Ein Negativpunkt ist die weiße Rauhfasertapete. Das wird auf den Bildern überdeutlich und ist eine der größeren Baustellen, die noch anliegen. Dadurch, dass einige Meter zu bewältigen sind, kommt ein käuflicher Hintergrund nicht in Frage -- Wiederholungen und Spiegelungen gefallen mir nicht. Wahrscheinlich wird es was selbstgemaltes mit sich im Dunst verlierenden Bergen. So, wie die Dinge liegen, muss ich den Hintergrund vor die Tapete hängen und mehrfach teilen, vor allem vor den Fenstern. Wie ich es hinkriege, irgendwelche Platten oder Plakate ohne Verzug aufzuhängen und die Stoßstellen so unauffällig wie möglich zu machen, damit habe ich mich noch nicht richtig beschäftigt. Dazu kommt noch, dass ich zwar das Zimmer vermessen hatte, aber doch nicht genau genug, so dass die als Abstand zur Wand eingeplanten 5 cm Luft in der Praxis an zwei Stellen zu 0 bzw. -3 mm geworden sind. Ich muss deshalb dort die Elemente an die Geländekontur anpassen.

Triebfahrzeuge

Die Hauptlast des Betriebes liegt auf den drei E44 504, 507 und 508, deren Fahrverhalten sich mit Umstellung auf Loksound 3.5 sprunghaft verbessert hat. Zusätzlich gibt es inzwischen die E44 002 auf Basis einer neueren Roco-Lok nach DR-Ost-Vorbild, die sich leicht in eine EpIIIa-DB-Lok verwandeln lässt. Laufen tut sie aber immer noch nicht gut - zu viel Längsspiel für die Schneckenwellen vermutlich.

Die E69 02 von Trix dagegen arbeitet derzeit im Verborgenen: Sie rangiert im Schattenbahnhof Freilassing die Güterzüge zusammen und auseinander. Wegen ihrer geringen Länge und den auch ohne ESU-Decoder hervorragenden Fahreigenschaften ist sie dazu bestens geeignet.

Zwei Röwa-E60, auf Fauli umgebaut, gibt es auch. Die laufen an sich nicht schlecht, aber die Radstromabnehmer habe ich noch nicht so hinjustiert bekommen, dass sie über längere Zeit zuverlässig Strom übertragen. Die runder laufende Lok hat mittlerweile auch einen ESU4-Dekoder, dazu noch den Speicherbaustein, der Stromabnahmeprobleme kompensiert. Lautsprecher und Speicher haben leider 20 g Gewicht gekostet. Eine RoFl-E60 brauche ich nicht.

Fortsetzung folgt!


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Zuletzt bearbeitet am 21, September 2016   Technische Probleme? Mail an Webmaster