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pa-Behälter bei der DB

Eine Modellübersicht

Von Erik Meltzer <ermel@modellbahnfrokler.de>

Vorwort

pa-Behälter, auch Mittelcontainer genannt und vielleicht besser bekannt als "Haus-zu-Haus-Behälter", sind ein relativ unübersichtliches Thema. Da es mittlerweile auch schon ziemlich unübersichtlich viele Modelle von Behältern gibt (allerdings auch hier wieder mit einigen unnötigen, bedauerlichen Doppelentwicklungen), dachte ich mir, eine kleine Übersicht wäre mal hilfreich. Naja, für relativ große Werte von "klein" ...

Da diese Tabelle in erster Linie für Modellbahner gedacht ist, habe ich einiges weggelassen: die Überseebehälter, weil es davon eh (noch?) keine Modelle gibt; die Versuchs- und Splittergattungen, weil die im Modell eh keiner braucht (und es auch keine Modelle gibt); aber auch die kleinen, nicht oder kaum erkennbaren Bauart-Unterschiede. Dementsprechend sind in der Tabelle manche Bauarten in einer Zeile zusammengefaßt.

Eine Ausnahme von der Regel "keine Splittergattungen" habe ich allerdings bei den Kesselbehältern gemacht.

Außerdem haben sich, wie das immer so ist, während der Recherchen zu dieser Tabelle ein paar andere interessante Infos und Links angesammelt, die dann unter der Tabelle eine Heimstatt gefunden haben:

[ Die Farbfrage | Tragwagen und Zustellfahrzeuge | Hinweise zur Verwendung | Erinnerungen | Quellen ]

Doch genug des Vorgeplänkels, hier kommt ... nein, nicht die Maus, sondern:

Die Übersicht

Typ Einsatzzeit Stückzahl ca. Beschreibung Modelle
Offene Behälter
Eokrt 011 1950-76 2000 Offener Behälter in Wannenform Fleischmann, Weinert
Eoskrt 021 1951-75 6200 Offener Behälter mit senkrechten Wänden und Klappen in den Seitenwänden Liliput
Eoskrt 022 1960-75 5300 Offener Behälter mit senkrechten Wänden, ohne Klappen in den Seitenwänden Märklin
Eoskrt 031 1955-75 200 Wie Eoskrt 21, mit Latten-Aufsatzwänden (Liliput-Umbau)
Eoskrt 032 1953-75 100 Wie Eoskrt 21, mit Stahl-Aufsatzwänden (Liliput-Umbau)
Eooskrt 051 1960-90+ 600 Offener Behälter mit senkrechten Wänden und größerem Laderaum
Eooskrt 052 1967-90+ 200 Offener Behälter in Leichtbauweise mit senkrechten Wänden und größerem Laderaum
Geschlossene Behälter
Edkrt 201 1951-75 600 Geschlossener Behälter in Wannenform (wie Eokrt 011) mit Dach und Dachklappe (Fleischmann-Umbau: Dach anbringen)
Ekrt 211 1950-76 750 Geschlossener Behälter in Blechbauweise mit bombierten Flächen, ab 1960 Umbau in glatte Flächen mit waagerechten Rippen Roco, Märklin
Ekrt (privat) 19??-?? ?? Geschlossener Behälter in Blechbauweise mit glatten Flächen Roco
Ekrt 212 1958-77 750 Geschlossener Behälter in Blechbauweise mit glatten Flächen mit senkrechten Sicken Brawa
Ekrt 231 1964-90+ 945 Geschlossener Behälter in Fachwerkbauweise mit (grauen) Blechwänden, später Umbau auf (braune) Holzplattenwände wie Ekrt 232 (Liliput-/Märklin-Umlackierung)
Ekrt 232 1965-90+ 554 Geschlossener Behälter in Fachwerkbauweise mit (braunen) Holzplattenwänden Liliput, Märklin
Ewkrt 233 1967-87 104 Wie Ekrt 232, mit äußerlich nicht sichtbarer Styropor-Isolierung (Liliput-/Märklin-Umbeschriftung)
Epkrt 234/235 1971/72-90+ 200/300 Geschlossener Behälter in Fachwerkbauweise mit (zunächst (?) grauen) Plattenwänden für Palettenbeladung
Geschlossene Behälter für Schüttgüter
Hinweis: die zweite, in Klammern genannte Bauartnummer bezeichnet jeweils den Behälter nach Umbau auf Leiter statt Aufstiegstritten ab 1989. Modelle mit Leiter gibt es von Roco.
Efkr 401 (401) 1953-90+ 6700 Einfache Auslaufklappen, ohne Leiter Roco (nachträglich verstärkt), Märklin (Ursprungsversion)
Efvkr 421 (411) 1953-90+ 360 Wie Efkr 401, mit Regenschutzkragen, für Lebensmittel Liliput, (Roco-Umbau: Regenschutzkragen anbringen -- Privatbehälter Birkel, Knorr, Südzucker sollten so aussehen!)
Efvkr 422 (412) 1955-90+ 160 Wie Efvkr 421, mit Saugstutzen in der Auslaufklappe
Efvkr 423 (413) 1956-90+ 175 Wie Efkr 401, mit Abdeckklappe über Auslaufklappe, für Lebensmittel
Efvkr 432 (442) 1960-90+ 500 Wie Efvkr 422, verstärkte Ecksäulen
Effkr 451 (451) 1959-90+ 360 Vergrößertes Volumen
Effvkr 482/483
(492/493)
1971-90+ 360 Wie Effkr 451, mit Regenschutzkragen, Saugstutzen in der Auslaufklappe, für Lebensmittel
Behälter für Staubgut
Dzkr 501 1953-75 700 Zwei zylindrische, unten konische Behälter auf gemeinsamem Rollbock Märklin, Weinert
Ddzkr 551/552/553 1964/67/71-90+ 500/46/200 Kugelförmiger Behälter für Druckluftentladung Roco, Fleischmann, Märklin
Edzkr 571/572 vor 1970-90+ 250/90 Walzenförmiger Behälter mit kugeligen Endstücken für Druckluftentladung Liliput
Hinweis: Die Behälter für Druckentladung wurden ab 1992 mit Leiter und Podest nachgerüstet. Modelle des Kugelbehälters mit Leiter gibt es von Fleischmann und Märklin.
Kesselbehälter für Flüssigkeiten
Dikr 601/602 1953-75/1960-85 3/30 Für genießbare Flüssigkeiten (601: nur Milch), Farbe hellgrau
Ddikr 603 1967-90+ 100 Wie Dikr 602, mit Druckluftentladestutzen
Ddikr 621 1955-74 4 Wie Dikr 602, größere Armaturenklappe, für Bier Märklin, Fleischmann, Liliput (alle als Privatbehälter beschriftet)
Ddikr 622/623 1959-88/1964-83 30/12 Wie Ddikr 621, mit blankem Aluminium verkleidet
Ddikr 624 1967-88 122 Wie Ddikr 622/623, Farbe unklar, vermutlich blankes Aluminium (?)
Ddihkr 641/642/643 1956-86 40/176/24 Wie Dikr 602, mittelgroße Armaturenklappe, schwarze oder dunkelgraue Lackierung oder blanke Aluminiumverkleidung, für Heizöl
Ddkr 671/672 1960-79 5/9 Waagerechter Kessel, keine unteren Auslauföffnungen, für Salzsäure
Edr 701 1962-79 2 Waagerechter Kessel, kein Dom, Sonnenschutzdach, Armaturen unten außen, für Propangas
Edr 702/703/704 1962-85 2/10/10 Wie Edr 701, kein Sonnenschutzdach, Armaturen innen
Kühlbehälter
Eikrt 751/752/753 1955-78 98 Tiefkühlbehälter in Blechbauweise Kleinbahn (Uraltmodell)

Und Artitec?

Die verschiedentlich in Foren etc. vergleichsweise gezeigten Behälter von Artitec sind zwar sehr schön und auch sehr preiswert zu kaufen, haben aber für die DB den entscheidenden Nachteil, daß es sich nun mal um niederländische Vorbilder handelt. Trotz durchaus vorhandener Ähnlichkeit des geschlossenen zum deutschen Ekrt 211 und des offenen zum Eoskrt 021 (in Bezug auf die Form) bzw. Eooskrt 051 (paßt von der Größe eher) ist es hier mit einem einfachen Umbeschriften nicht getan. Leider!

Die Farbfrage

Einige Behältermodelle werden von den Herstellern silbern lackiert, die weitaus meisten hingegen hellgrau. Dazu hab ich bis jetzt noch keine belastbaren Quellen gefunden; nach einer Leserfrage hab ich aber mal das vorliegende Bildmaterial eingehend beargusäugt und lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster mit der Aussage: Silbermetallic waren die nicht.

Ein Leser (ein anderer als in früheren Versionen dieses Artikels) vermutet als Farbton der Standard-Behälter ursprünglich RAL 9006 Weißaluminium, später (ab den 60er Jahren, evtl. auch vorher schon) RAL 7032 Kieselgrau, und ich neige dazu, da zuzustimmen. Und nein, Weißaluminium ist nicht silbermetallic, eher ein ganz leicht silbriges sehr helles Weißgrau. So werde ich meine Behälter für die frühen 50er Jahre wohl lackieren.

Eine Ausnahme von der Kein-Silber-Regel sind natürlich die edelstahlblanken Bierbehälter und interessanterweise auch Heizölbehälter mit blanker "Alfol"-Isolierung, die im Wolff (s.u.) nicht mal vorkommen.

Sonstige farbliche Ausnahmen vom Einheits-Hellgrau sind: die geschlossenen Behälter mit braunen Holzplatten (in wiederum hellgrauem Stahlfachwerk), die weißen Tiefkühlbehälter, die anthrazitfarbenen Heizölkesselbehälter -- und natürlich die vielen bunten Privatbehälter in gedeckter, Schüttgut- und Bierkesselausführung, die im Modell allerdings schon eher die Regel darstellen, weil sich Buntes anscheinend besser verkaufen läßt. Genau wie hübsches Silbermetallic anscheinend verkaufsfördernder wirkt als schnödes Hellgrau.

Tragwagen und Zustellfahrzeuge

Zu den Tragwagen muß ich nicht viel schreiben: Märklins BT 10 kann man getrost vergessen, Rocos BTs 50 und Liliputs BTms 55 sind ganz okay (wenn auch letzterer absurd teuer), Fleischmanns Rms/BTms 33 ist wirklich schön (und der älteste im Reigen!), und Brawas BTmms 58 ist bei Entstehen dieser Zeilen noch nicht da (wird aber sicher prima). Einen Krüger-BTms 55 hab ich noch nie bewußt gesehen. Den moderneren, fünfständigen Lbgjs 598 gibt es von Roco (vormals Röwa) aus Kunststoff, sehr fein, aber unbeladen nicht betriebstauglich da zu leicht, und von Märklin aus Metall, etwas gröber, aber durchaus ansehnlich und schön schwer.

Mehr zu Behälter-Tragwagen im Modell ein andermal, das ist genug Stoff für eine eigene Seite. Genau wie das Thema Behälter-Zustellfahrzeuge, das diese eigene Seite aber immerhin auch schon hat. :-)

Hinweise zur Verwendung von pa-Behältern beim Vorbild

Dies ist ein Scan aus der DB-Broschüre zum Haus-Haus-Verkehr zu den "Großbehältern". Stand 1.2.1971. Gefunden bei Stummi und manuell entscanfehlert.

In Stichworten noch einige weitere Vorteile fur Sie, wenn Sie sich fur den Großbehälter-Transport entscheiden:

  1. Die Behälter kosten keine besonderen Benutzungsgebühren.
  2. Die Frachtkosten Ihrer Ladung werden nach dem Nettoprinzip berechnet: Sie bezahlen nur das Gewicht des verladenen Gutes. Zusätzlicher Tip: Wenn Sie die jeweils frachtgünstigste Gewichtsklasse fur Ihr spezielles Gut erreichen wollen, ist das durch den Einsatz einer entsprechenden Anzahl von Behältern je Tragwagen leicht möglich.
  3. Ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand können verschiedene Gutarten - getrennt verladen - zu einer Wagenladung von einem Versender an einen Empfänger vereinigt werden. Diese Möglichkeit wurde schon vor längerer Zeit so erweitert, daß verschiedene Versender an einem Versandort einzelne Behältersendungen im "Großbehälter-Städteschnellverkehr" an verschiedene Empfänger eines Empfangsortes frachtgünstig befördern lassen können.
  4. Sie kennen sicher den Paletten-Pool. Ein ähnliches Tauschverfahren ist auch bei bestimmten pa-Behälter-Typen möglich. Dadurch wird die innerbetriebliche Rationalisierung bei Ihnen günstig beeinflußt. Eine solche Vereinbarung zwischen Ihnen und der DB hat den Vorteil, daß die in das Austauschverfahren eingebrachten pa-Behälter immer verfügbar sind, ohne daß Verzögerungsgebühren entstehen.
  5. Erfordern Ihre Güter pa-Behälter besonderer Bauart (z.B. Flüssigkeiten), so können Sie solche Behälter selbst beschaffen oder - in bestimmten Fallen - von der DB anmieten und als Privatbehälter einstellen.
  6. Private pa-Behälter auf privaten Tragwagen - wiederum vom Kunden beschafft oder angemietet - werden wie Privatgüterwagen behandelt.
  7. Durch Einsatz eines mechanisch oder motorisch zu bedienenden Kippgeräts kann der Großbehälter auf dem Tragwagen einseitig angehoben und entleert werden.
  8. Die pa-Behälter sind nicht nur kranbar, sondern sie besitzen auch Rollen (Durchmesser 200 mm, Breite 75 mm). Damit werden die Behälter vom oder auf den Tragwagen geladen. Außerdem ist es dadurch möglich, die Behälter im Fabrikhof des Kunden (auf festem Boden) kurze Strecken zu rollen. Ein zusätzlich eingesetzter pa-Hubroller macht einen solchen Behälter sogar lenkbar.

Erinnerungen

In diesem Abschnitt gibt es Informationen, die nicht aus belastbaren Quellen stammen. Sondern zum Beispiel aus dem Hirn meines Vaters (was jetzt böser klingt, als es gemeint ist), der berichtet, die Familie seines Vaters sei in den 50er Jahren mehrmals mit geschlossenen pa-Behältern als Möbelwagen-Ersatz umgezogen. Nun war mein Opa bei der Bundesbahn ein ziemlich hohes Tier, insofern weiß ich nicht, ob das allgemein oder nur für solche "bahninternen" Umzüge angeboten wurde. Aber unabhängig davon wär das doch mal ein nettes Motiv auf der Modellbahn: während ein am Straßenrand abgestellter Behälter mit offenen Türen gerade mit Möbeln be- oder entladen wird, kommt gerade das Zustellfahrzeug um die Ecke und bringt den dritten mit, um sodann den ersten wieder aufzunehmen und zurück zum Güterbahnhof zu bringen ...

Wer weitere Erinnerungen dieser Art hat oder Zeitzeugen entlocken konnte, ist herzlich eingeladen, mir zu schreiben; ich werde sie dann gerne auf dieser Seite für die Nachwelt bewahren ;-), ganz nach Wunsch mit oder auch ohne Namensnennung und Link.

Quellen

Bei der Recherche zu diesen Seiten wurden die im Folgenden aufgelisteten Quellen verwendet. Auf eine genaue Zuordnung per Fußnote habe ich verzichtet, da keine Widersprüche auftraten (und weil ich ein fauler Hund bin ;-)

Weitere Quellen werden hier nach Inaugenscheinnahme laufend ergänzt.


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Zuletzt bearbeitet am 13. September 2016   Technische Probleme? Mail an Webmaster