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Umzeichnung der Güterwagen

Hinweis: Dies ist ein 1:1 abgetipptes Rundschreiben des EZA Minden von 1952, das mir in (Original alter) Kopie vorliegt. Scans des Schreibens und der darin erwähnten, ebenfalls hier vorliegenden Anlagen 1II und 5 haben wir auch: Seiten 1, 2, 3, 4 und 5, Anlage 1II (Nebenzeichen) mit den Seiten 1 und 2 sowie Anlage 5 (Anschrift für DB-Güterwagen). Vorsicht: das sind pro Seite zwischen 700 und 800 kB (150 dpi, 16 Graustufen, PNG). Lesen läßt sich's besser hier - ich übergebe mich nun an das Eisenbahnzentralamt :-)

Minden, den 5. Mai 1952

Deutsche Bundesbahn
Eisenbahn-Zentralamt
Minden (Westf)
2812 Fuw 4/51

Nachtrag 18

An alle
ED'en einschl Karlsruhe, Mainz und Trier mit Zweitschrift
für die Werkstättenabteilungen der
ED Essen, Hamburg, Frankfurt/M, Stuttgart und München,
die Geschäftsführende Direktion für das Werkstättenwesen Speyer,
Zentralstelle für die Betriebswirtschaft im Werkstättendienst,
Frankfurt/Main, das Hauptwagenamt (GWA) Frankfurt/Main,
den Herrn Beauftragten für die Fortbildung der Verkehrsvorschriften Frankfurt/Main
Eisenbahn-Zentralamt München

nachrichtlich:
Generalbetriebsleitung Süd Stuttgart
Generalbetriebsleitung West Bielefeld
Generaldirektion der Südwestdeutschen Eisenbahnen Speyer
Hauptprüfungsamt Offenbach
Prüfungsämter bei den ED'en und
Prüfungsamt beim LZA Minden
 
- je besonders -

Betr: Werkstätten; Verkehr und Betrieb
Neue Anschriften an den Güter-, Dienstgüter- und Bahndienstwagen der DB, sowie an den bei der DB eingestellten Privatgüterwagen
Bezug: Verf der HVB - 22.223 Fkwg 196 - vom 10. 4. 1952

Die Umnummerung der Güterwagen, der Dienstgüterwagen und der Bahndienstwagen der DB, sowie der bei ihr eingestellten Privatgüterwagen ist nach den Weisungen der Verfg der HVB - 22.223 Fkwg 77 vom 2. Mai 1951 und nach den mit unserem Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5. Mai 1951 herausgegebenen Richtlinien mit den dazugehörigen Nachträgen wieder aufzunehmen.

Davon abweichend erhalten die neue Eigentumsbezeichnung DB b.a.w. nur folgende Wagen:

  1. Alle Neubaugüterwagen der DB (darunter sind die Wagen des Neubauprogramms der DB, die z Zt bei den Waggonfabriken gebaut werden, zu verstehen)
  2. die für den EUROP-Wagenpark bestimmten DB-Güterwagen,
  3. die DRA-Wagen
  4. die Dienstgüterwagen
  5. die Bahndienstwagen
  6. die neu zu bauenden, neu einzustellenden und die vorhandenen Privatgüterwagen, wenn der einzelne Einsteller dieses ausdrücklich wünscht.

Alle übrigen Wagen behalten die Eigentumsbezeichnung DR mit dem Zonenzeichen (Brit-US-Zone) oder (-> Zone Fr DR). Der Gattungsbezirk und die alte Wagennummer wird durch die neue Bauartbezeichnung (Gattungszeichen und Bauartnummer) und die neue sechsstellige Wagennummer ersetzt.

Das Eigentumsmerkmal "DR" ist an den Seitenwänden wie bisher in einer Schriftgröße von 250 mm anzuschreiben und die Zonenzeichen (Brit-US-Zone) oder (-> Zone Fr DR) in einer Schriftgröße von 80 mm darunter zu setzen. Der Anbringung der Zonenzeichen, bezw der Erneuerung derselben, ist besondere Beachtung zu widmen.

Die neue sechsstellige Wagennummer und die neue Bauartbezeichnung ist an den Seitenwänden entsprechend unserer Anlage 5 (Anschrift für DB-Güterwagen) zum Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5.5.51 anzuschreiben. Wegen der Anordnung der Anschriften verweisen wir auf die Anlage 8 und 9 des gleichen Rundschreibens.

Am Untergestell ist bei Wagen mit Seitenwänden das Eigentumsmerkmal "DR" ohne die Zonenzeichen am Langträger vor die Wagennummer und die Bauartbezeichnung anzuschreiben. Die Schriftgröße für diese Anschrift einschl des Eigentumsmerkmals "DR" bleibt 63 mm fette Engschrift nach DIN 1451. Auf unseren Nachtrag 4 (2807 Favag vom 25.6.1951) wird verwiesen.
Die jetzige Anschrift der schon umgezeichneten und umgenummerten bahneigenen Güterwagen ist jedoch nicht zu ändern.

Die Beschriftung der Privatgüterwagen mit "DB" ist nach Zeichnung Fwg 29.11.13, die Beschriftung mit "DR" und den Zonenzeichen nach Zeichnung 29.11.15 auszuführen. Die Zeichnungen können im Bedarfsfalle von der Planei des EZA MInden angefordert werden.

Beiliegend übersenden wir die 3. Ausgabe der Anlagen 2 und 3 zu unserem Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5.5.1951 und bitten, die jetzt verwendeten Anlagen 2 und 3 durch diese auf den neuesten Stand gebrachten Anlagen zu ersetzen. Besondere Beachtung ist darin den Gattungs- und Nebenzeichen zu widmen. Diese sind, um die Einheitlichkeit der Anschriften zu wahren und der Bedeutung der einzelnen Nebenzeichen entsprechend, nur in der von der Spalte "Gattungszeichen" angegebenen Rihenfolge anzuschreiben.

Des weiteren wird die überarbeitete Anlage 1II (Nebenzeichen) zur neuen GWVI, sowie die ergäntzte 3. Ausgabe der Anlage 5 - Anschrift für DB-Güterwagen - zum Rundschreiben 2812 Fuw 4/51 vom 5.5.1951 übersandt.

Die bisherigen Anlagen sind damit ungültig geworden. In der 3. Ausagbe der Anlage 5 ist bei den O- und OO-Wagen ohne Nebenzeichen des klareren Schriftbildes wegen der Abstand zwischen dem Gattungszeichen und der Bauart-Nummer auf 84 mm gegenüber 28 mm bei den O-Wagen mit Nebenzeichen (Om) erhöht worden.

Wir bitten, folgende Ausführungen zu beachten:

  1. Nebenzeichen "u"
     
    Das Nebenzeichen "u" ist an den gedeckten Güterwagen
    ehem Gatt Bez "Magdeburg",  Gwu, neue Bauartbezchng Gw 01
     "    "    "  "Stettin/Han" Gu,    "         "      G  02
     "    "    "  "Stettin/Han" Ghu,   "         "      Gh 03
     "    "    "  "München",    Gu,    "         "      G  10
     "    "    "  "Karsruhe",   Gu,Ghu,"         "      G, Gh 10
     "    "    "  "Stettin",    Gu,    "         "      G  29
    
    und an den offenen Güterwagen
    ehem Gatt Bez "Villach"    Ommu, Ommru, neue Bauartbez. Omm, Ommr 33
     "    "    "  "Klagenfurt" Ommu           "      "      Omm 34 und 35
     "    "    "  "Duisburg"   Ommu           "      "      Omm 29, 37 u 39
    
    nicht mehr anzuschreiben. An den bereits umgezeichneten Güterwagen ist es bei der nächsten Zuführung dieser Wagen zu einer Ausbesserungsstelle zu löschen.
     
    In den beiliegenden Anlagen 2 und 3 (3. Ausgabe) zu unserer Bezugsverfügung vom 5.5.1951, sowie in der Anlage 1II (Nebenzeichen) zur neuen GWV ist das Nebenzeichen "u" nicht mehr enthalten.
     
  2. Nebenzeichen "s"
     
    Außer an den mit unserem Nachtrag 14, Ziffer 10 zum Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5.5.1951 aufgeführten Güterwagen ist das Nebenzeichen "s" ebenfalls an den Austauschbauwagen Grs und Grhs, ehem Gattungsbezirk Kassel, neue Bauartbetzeichnung Gr und Grh 20 zu löschen. Die Austauschbauwagen Kassel sind lauftechnisch für die Einstellung in Züge mit 100 km/h Fahrgeschwindigkeit nicht geeignet. Sie wurden im Jahre 1927 gebaut, während die ersten schnellaufenden Güterwagen im Jahre 1933 gebaut worden sind.
     
    Die Austauschbauwagen Kassel haben 11-lagige Tragfedern, 1100 mm lang (90 x 13 mm) und Laschengehänge, während die schnellaufenden Güterwagen 6-, 7- und 9-lagige Tragfedern aus Breitbandstahl (120 x 16 mm), 1200, 1400, 1650 und 1800 mm lang und Schakengehänge besitzen.
     
    Des weiteren ist das Nebenzeichen "s" an den Wagen der Bauart SSys und SSyms, ehem Gattungsbezirk Köln, neue Bauartbezeichnung SSy 45 und SSym 46 zu löschen. Laufversuche mit diesen Wagen haben ergeben, daß diese Wagen sich nicht für /S/ (bis 100 km/h) und /SS/ (bis 120 km/h) Laufgeschwindigkeit eignen.
     
  3. Fremde Wagenbauarten
     
    Mit Nachtrag 14, Ziffer 12) zum Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5.5.1951 wurden für die Güterwagen fremder Bauart die für sie vorgesehenen Bauartnummern, nach welchen sie eingereiht werden sollen, bekanntgegeben.
     
    Mißverständnisse in der Einreihung der O-Wagen österreichischer Bauart, ehem Gattungsbezirk Wien Ol, neue Bauartbezeichnung Ol 01 und Wien Olm, neue Bauartbezeichnung Olm 06, geben uns Anlaß darauf hinzuweisen, daß diese bereits unter den Bauartnummern 01 und 06 eingereihten Wagen auch weiterhin unter diesen Bauartnummern eingereiht bleiben, und nicht die für die anderen O-Wagen fremder Bauart vorgesehene Bauart-Nr 19 erhalten.
     
    Wir weisen auch darauf hin, daß die G-Wagen österreichischer Bauart mit Tonnendach, Wagennummern aus der für die Austauschbauwagen des früheren Gattungsbezirks Kassel (Tonnendach) vorgesehenen Wagen-Nummernreihe 150 000 - 154 999 und die Bauartnummer 19 erhalten und nicht, wie es öfter vorgekommen ist, Wagennummern aus den für die G-Wagen des früheren Gattungsbezirks Kassel/München (Verbandsbauart) oder Stettin/Hannover (Länderbauart) vorgesehenen Nummernreihen. An bereits umgezeichneten und falsch eingereihten Wagen sind die Anschriften beim nächsten Zulauf zu einer Ausbesserungsstelle zu berichtigen und dem Hw und uns mit Meldeliste zu melden. Bei Unklarheiten wegen der Einreihung von Wagen fremder Bauart bitten wir, sich mit uns - Ruf Minden 1310 - in Verbindung zu setzen.
     
  4. Leig-Einheiten
     
    Mit Nachtrag 14, Ziffer 11 zum Rundschreiben - 2812 Fuw 4/51 - vom 5.5.1951 haben wir bekanntgegeben, wie die in Leigeinheiten eingestellten Güterzuggepäckwagen zu beschriften sind.
     
    Des öfteren sind außerdem zu einer Leigeinheit zwei Güterwagen zusammengefaßt, die hinsichtlich ihrer Bauart verschieden sind und zum Teil auch nicht in der Anlage 2 zum Rundschreiben 2812 Fuw 4/51 vom 5.5.1951 unter den Leigwagen (Bauartbezeichnung Gll 12 und 24) aufgeführt sind. In solchen Fällen erhalten diese Wagen die ihrer Bauart entsprechende Bauartnummer, aber eine Wagennummer aus der für die Leigeinheiten vorgesehenen Wagen-Nummernreihe 198 000 - 199999 und das für die Leigeinheiten vorgesehene Gattungszeichen "Gll".
     
    z.B.: Ein Gm-Wagen Oppeln, geschweißte Bauart, neue Bauartbezeichnung Gm 20 [sic!], Wagen-Nummernreihe 220 000 - 229 999, erhält, wenn er in einer Leigeinheit eingestellt ist, die Bauart-Nr 20 das Gattungszeichen "Gll" und eine Wagennummer aus der Wagen-Nummernreihe 199 000 - 199 999.

Meldung der umgezeichneten Wagen

In den Meldelisten ist künftig das Eigentumsmerkmal "DR" oder "DB" der umgezeichneten Wagen mit anzugeben. Das entsprechende Eigentumsmerkmal ist in der Spalte "Neue Wagennummer" vor die neue Wagennummer zu setzen. Die umgezeichneten EUROP-Wagen werden durch das Zeichen "E/DB", das ebenfalls vor die neue Wagennummer anzuschreiben ist, hervorgehoben.
Das Zonenzeichen der DR-Wagen ist in der senkrechten freien Spalte der Meldeliste mit anzugeben.

In den Meldelisten für umbeschriftete Privatgüterwagen ist in der Spalte "Neue Wagennummer" das Eigentumsmerkmal "DB" oder "DR" vor die Wagennummer zu schreiben und in der Spalte "Bemerkungen" bei den DR-Wagen das Zonenzeichen anzugeben.

Für die in "DR" umgezeichneten Wagen ist ebenso wie für die in "DB" umgezeichneten Wagen eine Bestandskarte entsprechend den Richtlinien unseres Rundscheibens 2812 Fuw 4/51 vom 4.1.1951 betr: Neue Anschriften an den Güter-, Dienstgüter- und Bahndienstwagen der DB und der Verfg des Hauptwagenamtes - WS 31 Vwka - vom 22.12.1951 betr: Neue Anschriften an den Güterwagen; hier: Ausfertigung der Bestandskarten (Vordruck 905 12), anzulegen. Im schriftfeld "Neue Anschrift" der Bestandskarte ist hinter der Angabe "Gattungsbezirk" das Eigentumsmerkmal "DB" oder "DR/Brit-US-Zone" bezw "DR/Zone Fr DR" einzutragen.

Es wurde festgestellt, daß z Teil die Bestandskarten mangelhaft ausgefüllt sind. Z B ist das Lieferjahr des umgezeichneten Wagens oft nicht angegeben, weil vermutlich das Firmenschild an den Wagen nicht mehr vorhanden war. In solchen Fällen bitten wir, das Lieferjahr schätzungsweise nach dem Erhaltungszustand des umgezeichneten Wagens, unter Zuhilfenahme des Merkbuches für Fahrzeuge DV 939 d, Teil A, (C. Güterwagen), in welchem das erste Beschaffungsjahr der Güterwagen angegeben ist, in der Bestandskarte mit einem dahintergesetzten Fragezeichen einzutragen. Weiter kommt es immer noch sehr häufig vor, daß umgezeichnete Wagen hauptsächlich wegen Doppelnummerung gesucht werden müssen. Die mit den Umzeichnungsarbeiten beauftragten Umzeichnungsstellen müssen größte Sorgfalt bei der Verwendung der vom EZA zugeteilten Wagennummern aufwenden, um diese Fehler und die dadurch auftretenden hohen Unkosten künftig möglichst zu vermeiden.

gez Schwarzkopf


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Zuletzt bearbeitet am 27. Januar 2006   Fragen? Mail an Webmaster